Jubiläumsabend

Urlaubsplanung auf Schwäbisch

Kabarettist Alois Gscheidle geizt zum Abschluss des SV-Jubiläums in Riet nicht mit Pointen

Von Philip Pfisterer VKZ Erstellt: 30. Oktober 2018

 

Etwa 230 Besucher kamen am Samstagabend auf Einladung des Rieter Sportvereins in die Strudelbachhalle, wo der Kabarettist Marcus Neuweiler alias Alois Gscheidle mit seinem Programm „Wo ganga mr na?“ auftrat.

 

Riet. Nach einer Begrüßung durch Rudolf Nedorost, den Vorsitzenden des SV Riet, der die Besucher zum letzten Programmpunkt und „krönenden Abschluss“ des Jubiläumsjahres im Rahmen des 50-jährigen Bestehens des Sportvereins willkommenhieß, betrat mit Alois Gscheide einer der bekanntesten Kabarettisten des Landes die Bühne,

 

Gscheidle hätte im SV-Vorstand mal irgendjemand ins Gespräch gebracht, und nach dem ersten Kontakt im Rahmen einer Anfrage sei klar gewesen, dass es mit ihm passe, so Nedorost im Gespräch mit der VKZ. Und der 52-jährige, als Marcus Neuweiler in Affalterbach geborene Kabarettist hielt, was seine Reputation versprochen hatte.

 

Unter dem Titel „Wo ganga mr na?“ strapazierte Gscheidle über anderthalb Stunden die Lachmuskeln der Besucher. Erwartungsgemäß ging es dabei vor allem um die Frage, wohin es für seine Familie in den Urlaub geht, und die verschiedenen Vorstellungen der Familienmitglieder dazu.

 

So möchte sein Sohnemann gerne in die Berge und klettern, die Tochter will lieber an den Strand: „Aber des isch weit weg, und d’Sonnaschirm und d’Liege koschte extra. Außerdem verbrennt mr sich dr Buckel“, so der schwäbische Komiker. Sein „Weib will ins Wellness un des bei ihrm Gwicht“, fuhr Gscheidle fort, nicht ohne zu konkretisieren, sie habe „30 Kilo Übergwicht, und des meischde isch hinte“, woraufhin ein schallendes Lachen die Halle beherrschte.

 

Doch der Kabarettist, der seit 1987 die Bühnen vor allem in Baden-Württemberg erobert, verstand es auch, sein Publikum mit ins Programm einzubeziehen. So interessierten Gscheidle auch die Urlaubsvorlieben der Anwesenden als er die Frage „Wer goat gern wo na?“ stellte. Außerdem gelte es noch grundsätzliche Fragen vorabzuklären: „Un wer guggt nach dr Oma? Wer nimmt dr Hund? Oder andersrum: Wer guggt nach m Hund? Und wer nimmt d’Oma?“, was die Besucher ebenfalls mit kräftigem Gelächter quittierten.

 

Im Anschluss erzählte Gscheidle von seinen eigenen Urlaubserfahrungen auf Wanderung mit der „Beige-Gruppe“, und über die folgende Flugreise, da Bergwandern für die gesamte Familie nichts wäre. Dabei wechselte der Kabarettist, der früher einmal Bankkaufmann gelernt hatte und noch lange Zeit nebenbei in diesem Beruf arbeitete, in regelmäßigen Abständen und passend zum eben thematisierten Urlaub sein Outfit. Auch die Witze über Holländer, die Gscheide überall anzutreffen meinte, sorgten für massig Erheiterung im Publikum. Etwa 100-mal pro Jahr und damit durchschnittlich zweimal pro Wochenende trete er in dieser Form auf eine Bühne, so Neuweiler alias Gscheidle im anschließenden Gespräch mit dieser Zeitung.

 

Die dabei erreichten Besucherzahlen variierten stets zwischen 100 und 1000, mehr seien es lediglich bei Fernsehauftritten, die der mittlerweile in der Hohenlohischen Gemeinde Schöntal wohnhafte Neuweiler auch schon zahlreich absolviert hat, beispielsweise im Ersten (ARD) bei Frank Elstner. Auch im SWR-Faschingsprogramm sei er regelmäßig zu Gast, so Neuweiler nicht ohne Stolz. Das oberste Ziel des Kabarettisten ist es, „dass die Zuschauer sich zurücklehnen und lachen können, und anschließend sagen können, dass es ein wunderschöner und lustiger Abend gewesen sei“, wie er weiter betonte.

 

Die Leute sollten sich in der Handlung wiederfinden, und deshalb mache er auch nichts Politisches und Gesellschaftskritisches, so Neuweiler alias Gscheidle zum Schluss. Diesen pointenreichen Abend konnten die Besucher im Anschluss bei den angebotenen schwäbischen Mahlzeiten oder aber bei Musik und Tanz ausklingen lassen.

 

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